AKTIE IM FOKUS 2: Neue Hoffnung unter Bayer-Anlegern im Glyphosatprozess

(Ergänzt: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Aktionäre von
Bayer haben am Donnerstag Hoffnung auf eine Wende im Glyphosatprozess in den USA geschöpft. Die Papiere rückten um 3,08 Prozent vor, während sich der am Vortag begonnene Ausverkauf mit weiteren Verlusten im
Dax fortsetzte. Durch den Kurssprung auf zeitweise fast 80
Euro kehrten die Bayer-Papiere auf ihr Niveau von Anfang September zurück.

Unter Anlegern macht der Verlauf des ersten US-Prozesses um angebliche Krebsrisiken von Unkrautvernichtern der Tochter
Monsanto etwas Hoffnung, dass das wegweisende Urteil noch gekippt werden oder die Strafe deutlich geringer ausfallen könnte. Die zuständige Richterin Suzanne Ramos Bolanos gab am späten Mittwoch in San Francisco vorläufig einem Antrag statt, den Fall in wesentlichen Teilen neu aufzurollen. Die Klägeranwälte hätten keine “klaren und überzeugenden Beweise” für vorsätzliches Fehlverhalten von Monsanto vorgelegt, hieß es in ihrer Begründung.

Experten zufolge könnte dies mit Blick auf die Bayer-Aktie zu einem Stimmungswechsel führen, da die erwarteten Belastungen geringer ausfallen könnten. Das Urteil könne wegen einer Vielzahl ähnlicher Klagen eine große Signalwirkung habe. Analyst Gunther Zechmann vom Analysehaus Bernstein hält es für wahrscheinlich, dass die bisher festgelegte Zahlung von 289 Millionen
Dollar deutlich reduziert wird. Michael Schäfer von der
Commerzbank schließt es sogar nicht aus, dass die bisherige Strafzahlung komplett aufgehoben wird.



Die Bayer-Aktie war im August bei etwa 95 Euro notierend in einen Abwärtsstrudel geraten, nachdem der übernommene Agrarchemie-Riese Monsanto zu einer dreistelligen Millionenstrafe verurteil wortden war. Erst bei 70 Euro konnte sich die Aktie im September stabilisieren. Seitdem hat sie wieder 14 Prozent an Wert gewonnen.

Darüber hinaus wurde am Donnerstag bekannt, dass Bayer Kreisen zufolge über eine Trennung vom Geschäft mit Tiergesundheit nachdenkt. Jefferies-Analyst Ian Hilliker sieht darin aber keine Überraschung, da der Bereich nicht zum Kerngeschäft des Konzerns zähle. Ein denkbarer Erlös von schätzungsweise 6 Milliarden Euro könnten für das Pharmageschäft sowie eine schnellere Rückzahlung der Schulden für die Monsanto-Übernahme verwendet werden, so Hilliker./tih/bek/mis/ck/fba


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