Aktien Frankfurt: Anleger machen Kasse – Sehr schwacher Technologiesektor

FRANKFURT (dpa-AFX) – Hohe Verluste der US-Technologieaktien haben auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Verkaufen bewogen. Der
Dax verlor bis zum Montagnachmittag 0,90 Prozent auf 12 700,72 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel sogar um 2,50 Prozent auf 2251,12 Zähler.

Berücksichtige man, dass die Umsätze recht dünn seien, “der Dax in ziemlich luftigen Höhen um sein Allzeithoch residiert und sich die EZB vergangenen Donnerstag nur sehr verhalten bezüglich weiterer geldpolitischer Stimuli geäußert hat, könnte es für den Dax zügig sehr unbequem werden”, sagte Marktexperte Jens Klatt für JFD Brokers.

Der MDax , der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, sank am Montag zuletzt um 1,07 Prozent auf 25 138,27 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,92 Prozent abwärts.

TECH-WERTE UNTER DRUCK

Nach dem Ausverkauf der US-Technologieaktien gerieten auch die hiesigen Branchenpapiere unter die Räder. Der entsprechende Sektorindex in Europa verlor zuletzt rund 3,6 Prozent. Die Talfahrt der US-Werte habe mit der Warnung der US-Investmentbank
Goldman Sachs begonnen, wonach die niedrige Volatilität einiger Werte die Anleger blind für geschäftszyklische und wettbewerbsrechtliche Risiken mache, sagte ein Händler. Zudem nährte ein Medienbericht Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit des kommenden iPhone 8 von
Apple .

Vor allem Papiere aus der Halbleiterbranche sackten ab. So lagen die Titel von
Infineon mit einem Minus von 5,2 Prozent am Dax-Ende. Im TecDax nahmen die Anteilscheine des Wafer-Herstellers Siltronic , des Apple-Chipzulieferers
Dialog Semiconductor und des auf die Halbleiterbranche ausgerichteten Maschinenbauers
Aixtron mit Abschlägen zwischen 5,6 und 6,7 Prozent die letzten drei Plätze ein.

K+S AN MDAX-SPITZE

Die Titel des Baustoffkonzerns
HeidelbergCement profitierten hingegen von einer Empfehlung der US-Investmentbank Merrill Lynch und stiegen um 0,8 Prozent. Analyst Arnaud Lehmann rechnet mit einer anziehenden Gewinnentwicklung in den kommenden Quartalen und verwies auf die zuletzt unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Die Aktien von K+S reagierten mit einem Kursgewinn von 3 Prozent an der MDax-Spitze auf Berichte über Kooperationsgespräche zwischen dem russischen Konkurrenten Uralkali und dem weißrussischen Unternehmen Belaruskali. Den Medienberichten zufolge steht eine Wiederaufnahme der 2013 zerfallenen Vertriebsgesellschaft zwischen den beiden Düngerproduzenten im Raum, was die Preise treiben könnte. Bereits auf Freitag waren die K+S-Aktien um mehr als 3 Prozent gestiegen.

EUROKURS WIEDER ÜBER 1,12 US-
DOLLAR

Im SDax zogen die Papiere der
Hornbach Holding nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 2,2 Prozent an. Die Dachgesellschaft des Baumarktbetreibers steigerte den Nettoumsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 um 7 Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um rund 21 Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 142,15 Punkte. Der Bund Future gewann 0,07 Prozent auf 165,09 Punkte. Der Kurs des
Euro legte auf 1,1221 US-Dollar zu. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,1176 Dollar festgesetzt./edh/das

— Von Eduard Holetic, dpa-AFX —


In dem Artikel enthaltene Wertpapiere
Wertpapiere ISIN Letzter Kurs Performance
AIXTRON Aktie DE000A0WMPJ6 5,60 € -6,93%
DIALOG SEMICONDUCTOR Aktie GB0059822006 40,33 € -7,06%
HEIDELBERGCEMENT Aktie DE0006047004 85,12 € 0,81%
HORNBACH HOLDING Aktie DE0006083405 74,10 € 2,02%
INFINEON Aktie DE0006231004 19,16 € -6,03%
K+S Aktie DE000KSAG888 24,18 € 3,69%
SILTRONIC AG Aktie DE000WAF3001 80,02 € -7,27%
In dem Artikel enthaltene Indizes
Indizes ISIN Letzter Kurs Performance
DAX DE0008469008 12.702,82 € -0,88%
MDAX DE0008467416 25.150,02 € -1,03%
REX GESAMT KURSINDEX DE0008469107 142,15 € 0,04%
TECDAX DE0007203275 2.248,77 € -2,60%

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