Das P-Konto – Schutz vor Gläubigern durch das Pfändungsschutzkonto

Wenn Schulden ausufern und eine regelmäßige Zahlung nicht mehr gewährleistet werden kann, droht über kurz oder lang die Pfändung. Früher fiel diesem Vorgang auch das Guthaben auf dem Girokonto zum Opfer. Der Schuldner durfte bei einer Kontopfändung nicht mehr über sein Konto verfügen und war gezwungen, beim Vollstreckungsgericht Pfändungsschutz zu beantragen. Seit der Einführung des sogenannten P-Kontos wird hoch verschuldeten Personen das Leben wesentlich erleichtert.

Die Aufgaben des Pfändungsschutzkontos

PfändungsschutzkontoSeit dem 1. Juli 2010 gibt es für hoch verschuldete Personen die Möglichkeit, das normale Girokonto in ein sogenanntes Pfändungskonto umzuwandeln. Bei einer drohenden Kontopfändung bleibt auf diese Weise ein definierter monatlicher Mindestbetrag von der Pfändung verschont. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass jedes Geldinstitut auf Wunsch des Kunden, das herkömmliche Girokonto in ein P-Konto umwandeln muss. Damit bleibt dem Schuldner ein Pfändungsfreibetrag von derzeit 1.028,89 Euro im Monat erhalten. Im Falle einer Unterhaltspflicht erhöht sich dieser Betrag auf 1.416,11 Euro bei Unterhaltspflicht für eine Person und auf 1.631,84 Euro bei Unterhaltspflicht für zwei Personen. Die Einführung des Pfändungsschutzkontos hat zum Ziel, für die Banken mehr Rechtssicherheit zu gewährleisten und dem Schuldner das Warten auf ein entsprechendes Gerichtsurteil zu ersparen.

Vor- und Nachteile des Pfändungsschutzkontos

Das P-Konto ist für alle Personen geeignet, denen der Schuldenberg längst über den Kopf gewachsen ist und die sich einer unmittelbaren Pfändung gegenübersehen. Panik ist in diesem Fall jedoch nicht angebracht, denn sobald die Pfändung eintritt, bleiben dem Schuldner vier Wochen Zeit, das Girokonto in ein P-Konto umzuwandeln. Für alle anderen bringt das Pfändungsschutzkonto mehr Nach- als Vorteile mit sich. Ein Nachteil des P-Kontos waren bis vor Kurzem die höheren Gebühren, die die Banken berechneten. In der Regel werden kein Dispokredit und keine Kreditkarte mehr zur Verfügung gestellt und Barabhebungen sind nicht mehr möglich. Bei einer Entschuldung wird das Pfändungsschutzkonto normalerweise nicht wieder in ein normales Girokonto umgewandelt.

Kosten und Gebühren für das Pfändungsschutzkonto

Bis vor kurzer Zeit variierten die Gebühren einzelner Geldinstitute für das Pfändungsschutzkonto erheblich und lagen in der Regel meist deutlich über dem Gebührensatz für ein normales Girokonto. Am 13.11.2012 hat der BGH in zwei Revisionsverfahren den ausufernden Kosten für das P-Konto einen Riegel vorgeschoben. Für die Kunden bedeutet dieses Urteil im Detail, dass die Banken bei einer Umwandlung des herkömmlichen Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto keine höheren Gebühren erheben dürfen, als für das bestehende Konto angefallen wären. Selbst für neu eingerichtete P-Konten darf lediglich eine Kontoführungsgebühr erhoben werden, die in der Höhe der normalen Gebühr eines Standardkontos entspricht. Geklagt hatten die Verbraucherschutzvereinigungen gegen zwei Sparkassen und mit dem BGH-Urteil recht erhalten.

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