Festgeld – das Ringen mit der Inflation

Für die Rendite der Anleger ist keine Besserung in Sicht. Die Zinsen der Banken für angelegtes Vermögen verharren auf Tiefstständen und liegen in den meisten Fällen unter der aktuellen Inflationsrate von rund zwei Prozent. Nur wenige Angebote einiger Geldinstitute werfen nach Abzug der Inflationsrate noch eine positive Rendite ab.

Wirtschaftslage, Haushaltsverschuldung und Niedrigzinspolitik

Schuld an der Misere ist die aktuelle Niedrigzinspolitik der Zentralbanken. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise und den anschließenden negativen Auswirkungen auf die weltweite Realwirtschaft wurde eine Phase der Niedrigzinspolitik eingeläutet, die bis heute anhält. Eine Änderung dieser Strategie durch die EZB ist nicht in Sicht. Solange die Wirtschaft kriselnder Eurostaaten wie Griechenland, Spanien, Portugal und Frankreich keine oder nur sehr geringe Wachstumsraten aufweist, wird der aktuelle Leitzins auf dem derzeitigen Niveau verharren. Eher ist mit weiteren Zinsschritten in Europa zu rechnen, die den Zinssatz weiter nach unten drücken. Vor diesem Hintergrund wird es für die Sparer immer schwieriger, Festgeldanlagen ausfindig zu machen, die ihnen eine Rendite oberhalb der aktuellen Inflationsrate bescheren. Die besten Angebote der Banken werden in der Folge näher beleuchtet.

2,45% Zinsen für zwei Jahre: Das beste Angebot zum Jahresbeginn

männchen_prozentzeichenDie Spreizungen bei der Festgeldanlage innerhalb der Geldinstitute Europas haben beachtliche Dimensionen erreicht. Während das führende Kreditinstitut Deutschlands, die Deutsche Bank, ihren Kunden für die zweijährige Anlage gerade einmal 0,4% Zinsen zahlt, können sich die Anleger bei der estnischen Bigbank über 2,45% Rendite freuen. Dieses Angebot gilt ab einer Geldanlage von 10.000 Euro bei einer Laufzeit von mindestens 24 Monaten. Reichtümer sind zwar auch mit dieser Festgeldanlage nicht zu erwarten, aber immerhin liegt der festgelegte Zinssatz oberhalb der aktuellen Inflationsrate. Der Einlagensicherungsfonds garantiert für ein angelegtes Vermögen von bis zu 100.000 Euro. Deutsche Banken sucht man in den ersten drei Rängen vergeblich. Hinter dem Angebot der Bigbank folgen die niederländische NIBC Direct und die AK Bank aus der Türkei mit jeweils 2,35 Prozent. Die Einlagen der Sparer sind bei den Holländern über den Einlagensicherungsfonds bis zu einem Anlagevermögen von 100.000 Euro abgesichert. Die türkische AK Bank gehört dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an, der die Sicherheit der Einlagen jedes Kunden bis zu einer Höhe von mehr als 60 Millionen Euro garantiert.

Festgeld für ein Jahr: Geldanlegen ohne Verlust

Im Dezember 2012 kletterte die Inflationsrate in Deutschland auf 2,1%, nachdem sie im November noch bei 1,9% gelegen hatte. Für das Vermögen der Sparer bedeutet das: Bei der Festgeldanlage für 12 Monate ist nahezu ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Rendite und Inflationsrate erreicht. Doch das gilt nur für die Top-Angebote zum Jahresbeginn. Drei Banken liegen bei der einjährigen Anlage mit den Konditionen gleichauf. Die niederländischen Geldinstitute NIBC direkt und Rabobank sowie die türkische AK Bank bieten ihren Kunden jeweils 2,20% für die Anlage des Vermögens. Bei der Rabobank ist die Anlage auf 500.000 Euro begrenzt. Bei der AK Bank sind 250.000 Euro pro Sparer die Obergrenze. Einzig die NIBC direkt bietet ihren Kunden eine unbegrenzte Anlage des Vermögens.

Tagesgeld: Vermögensverlust ist vorprogrammiert

Anleger werden es nicht gern sehen, aber bei der Geldanlage auf dem Tagesgeldkonto ist ein objektiver Kaufkraftverlust des Vermögens vorprogrammiert. Das beste Angebot stammt in diesem Segment von der türkischen AK Bank, die mit einem aktuellen Zinssatz von 2,05% jedoch unterhalb der derzeitigen Inflationsrate liegt. Platz zwei belegt die deutsche Ikano Bank. Die Kunden erhalten einen Guthabenzins von 2,01%, der auf ein Kreditkartenkonto gewährt wird. Da die Kreditkarte beitragsfrei gestellt ist, bildet das Angebot eine echte Alternative. Dahinter finden sich drei Banken, die auf das Tagesgeldkonto einen Zinssatz von derzeit 2,00% bieten. NIBC direkt und Rabobank befinden sich auch hier unter den Spitzenreitern. Komplettiert wird das Feld wird mit Cortal Consors, einer Tochter der französischen Großbank BNP Paribas.

Für die Anleger geht der Kampf um die beste Rendite im Jahr 2013 in die nächste Runde. Längst steht bei der Anlage in Fest- oder Tagesgeld aufgrund der niedrigen Zinsen nicht mehr die Vermehrung des Vermögens, sondern der Werterhalt im Vordergrund. Anleger müssen sich aller Voraussicht nach auch im laufenden Jahr auf geringe Renditen in diesem Segment der Geldanlage einstellen.

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