Google plant Online-Versicherungsvergleich

Der Autoversicherungsmarkt ist hart umkämpft. Durch diesen Umstand verdient Google zur Zeit Millionen von Euro durch sein Adwords-Programm. Bei Adwords werden Anzeigen geschaltet, die den Werbenden bei jedem Klick eines Interessierten Geld kosten. Gerade in den Wechselmonaten Oktober und November steigen hier die Klickpreise noch einmal gewaltig an. Momentan kostet es einem Versicherungsportal beispielsweise 15 Euro pro Klick, wenn ein Verbraucher über eine solche Anzeige die jeweilige Seite aufrief.

Google KFZ-VersicherungsvergleichDie größten Versicherungsportale zahlen diese Preise und nehmen sogar eventuelle Verluste in Kauf, um mit den Keywords KFZ-Versicherung oder auch Autoversicherung ganz oben auf den Suchergebnisseiten zu erscheinen. Schätzungen zufolge sind etwa 20 Klicks auf diese Anzeigen notwendig um überhaupt einen Abschluss einer KFZ-Versicherung zu erzielen. Rechnet man bei einem Abschluss schon großzügig mit einer Provision von 100 Euro kann sich jeder vorstellen das dies nur mit Verlusten möglich ist. Hier kann man nur vermuten das die einzelnen Versicherungen sich nicht nur einen Abschluss einer Autoversicherung erhoffen sondern sich darüber hinaus von jedem einzelnen Interessenten noch zusätzliche weitere Abschlüsse in anderen Versicherungssparten erhoffen. Diese Erwartungshaltung scheint aufzugehen, sonst würden nicht die Werbeinnahmen stetig in dieser Form wachsen.

Doch das scheint Google alleine nicht mehr zu genügen. Laut Informationen der Financial-Times-Deutschland (FTD) laufen aktuell Verhandlungen mit deutschen Versicherungsunternehmen, die auf auf ein Google-Online-Vergleichsportal hinauslaufen sollen. Es wird geprüft ob hier seitens der Gesellschaften ein Interesse besteht ihre Produkte bei Google in dieser Form zu vermarkten. Zu diesem Sachverhalt gibt es leider weder von Google noch von den Versicherern eine Stellungnahme. Auch noch nicht bekannt ist es ob es sich generell um ein Portal mit allen Versicherungssparten handelt oder ob es vorerst nur den KFZ-Bereich betrifft.

Sollte hier ein Konsens erzielt und es zu einem solchen deutschen Google-Versicherungsportal kommen, würde sich der Markt ordentlich verändern. Die bisherigen bekannten und den Markt beherrschenden Online-Vergleichsportale würden dann sicher nicht mehr in diesem Maße wachsen und Kleinere könnten gänzlich auf der Strecke bleiben. Der bisher schon rückläufige Umsatz des beim Kunden vor Ort tätigen Versicherungsaussendienstes würde noch weiter einbrechen. Zusammenfassend muß festgestellt werden das alle dieser Gegebenheiten nicht zwangsläufig zu mehr Wettbewerb und zu günstigeren Tarifen führt, im Gegenteil.
Denken wir noch einen Schritt weiter, so könnte sich Google einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen, indem die eigenen Angebote immer auf den besten Platzierungen in den Suchergebnissen erscheinen.

Das es funktioniert und erfolgreich Versicherungen vermarktet werden können hat Google bereits in Großbritannien bewiesen. Im März wurde hier ein Portal mit dem Namen Beatthatquote.com für stolze 38 Millionen Pfund gekauft und übernommen. Auch in den Vereinigten Staaten betreibt Google bereits mit Erfolg ein Vergleichsportal für Reisen. Es wird wohl einiges an Feinabstimmung notwendig sein um einerseits gute Werbekunden nicht zu verlieren und sich gleichzeitig ein Stück vom lukrativen Kuchen selbst zu sichern.

Quelle: FTD, Seo United,

 

 

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