Männer gehen beim Investieren eher Risiken ein als Frauen

Dass Männer und Frauen in vielerlei Hinsicht unterschiedlich sind, muss im Prinzip nicht unbedingt betont werden. Denn jeder Mensch kennt aus der eigenen Erfahrung Situationen, in denen die geschlechtsspezifischen Differenzen zwischen der holden Weiblichkeit und den Herren der Schöpfung offensichtlich werden. Oft geht es dabei allerdings weitgehend um das Vorgehen beim Einkaufen sowie modische und emotionale Abweichungen. Dass sich die individuellen Interessen der Damen und Herren auch bei der Auswahl von Geldanlagen zeigen, ist hingegen erst seit relativ kurzer Zeit in den medialen Mittelpunkt gerückt. Die typischen Vorlieben und Entscheidungskriterien zeigen sich einer neuen Umfrage zufolge tatsächlich auch dann, wenn es an die Einschätzungen von Anlagemodellen geht.

Frauen entscheiden sich bewusst für sichere Geldanlagen

sichere GeldanlageAuftraggeber der neuerlichen Befragung war der deutsche Bankenverband. 950 Männer und Frauen wurden von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nach ihrem Investitionsverhalten befragt. Die erste Erkenntnis aus der Umfrage: Deutsche Anleger scheuen weitgehend das Risiko. Die repräsentative Umfrage zeigt aber vor allem, dass der Aspekt der Sicherheit für Anlegerinnen deutlich bedeutender ist als für Männer, die nach einer lukrativen Geldanlage Ausschau halten. Beliebt bei Frauen sind zum Beispiel Anlageformen wie Tagesgeld- und Festgeldkonten, die als sehr sichere Geldanlagen gelten. Während 42 Prozent der Frauen auf solche fest verzinste Produkte setzen, sind es bei den Männern lediglich 34 Prozent. Dem Tagesgeld geben 36 Prozent der weiblichen und nur 31 Prozent der männlichen Anleger den Vorzug. Besonders deutlich wird der Unterschied bei Produkten wie Aktien und Investmentfonds.

Aktien und Fonds als „Männer“-Produkte?

Für 23 Prozent bzw. 26 Prozent der männlichen Umfrageteilnehmer sind Aktien und Investmentfonds die richtige Wahl. Die besagten Fonds sind jedoch nur für 22 Prozent der Frauen eine echte Alternative, Aktien bringen es sogar nur auf zehn Prozent. Einig sind sich Männer und Frauen hingegen beim Thema Edelmetall. Gold ist unabhängig vom Geschlecht für immerhin neun Prozent der befragten Personen eine lohnende Option. Bei der weiblichem Kundschaft scheint nach wie vor die Redewendung vom Spatz in der Hand statt der Taube auf dem Dach zu gelten. Männer neigen nach Auswertung der Umfrage eher dazu, neben der Sicherheit fürs Kapital auch den Aspekt einer möglichst guten Rendite in die Planung einzubeziehen. Allerdings zeigen die Werte, dass auch Männer in den meisten Fällen kein unnötig hohes Risiko einzugehen bereit sind.

Deutsche bleiben relativ sparfreudig

Das dominierende Interesse an eher risikoarmen Geldanlagen bestätigt auch eine aktuelle Studie der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Von den insgesamt 84,4 Milliarden Euro, die deutsche Sparer im zurückliegenden Jahr 2012 neu angespart haben, gehen im wahrsten Sinne des Wortes rund 80 Milliarden Euro auf die so genannten täglich fälligen Sichteinlagen. Also Modelle wie die angesprochenen Tagesgeldkonten. Die Sparquote an sich kann sich für das vergangene Jahr einmal mehr sehen lassen. Etwa 10,3 Prozent des individuell verfügbaren Einkommens legte der typische deutsche Sparer 2012 auf die hohe Kante. Experten rechnen damit, dass der Wert aus dem Vorjahr 2011 nochmals übertroffen wird. Auch bei privat genutzten Immobilien, die in Krisenzeiten besonders gefragt sind, erwarten Spezialisten einen erneuten Anstieg des Investitionsvolumens, das vormals bei gut 50 Milliarden Euro netto lag in 2011.

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