Private Krankenversicherung: Für wen lohnt sich ein Wechsel?

Eine Gesetzesänderung im Jahr 2011 ebnete vielen Arbeitnehmern den Weg zum Wechsel in die private Krankenversicherung. Damals wurde beschlossen, die Verdienstgrenzen abzusenken und die Wartezeit bis zum Wechsel zu verkürzen. Doch für wen lohnt sich tatsächlich ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung?

Die Gesetzesänderungen

Die im Jahr 2011 durchgeführten Gesetzesänderungen hatten zum Ziel, Arbeitnehmern den Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenkasse zu erleichtern. Im Klartext bedeutete das: Wer über ein Einkommen von mehr als 49.500 Euro jährlich oder 4.125 Euro monatlich verfügte, konnte sich privat versichern. Die obligatorische Wartezeit wurde von drei Jahren auf nur noch ein Jahr reduziert. (Aktuell 2013: 52.200 Euro/4.350 Euro).

Die Gründe für einen Wechsel

Wer mit dem Gedanken spielt, in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln, verspricht sich davon in der Regel eine bessere medizinische Versorgung und einen finanziellen Vorteil durch günstigere Beiträge. Profiteure der Neuregelung sind vor allem junge, kinderlose Arbeitnehmer, die ein hohes Einkommen besitzen. Einzelne Versicherungsgesellschaften locken unter 30-jährige Frauen und Männer schon mit Monatsbeiträgen von unter 100 Euro. Was auf den ersten Blick verlockend klingt, relativiert sich unter Umständen in der Zukunft, denn in der PKV richtet sich die Versicherungsprämie nicht nach dem Verdienst, sondern nach dem Alter und dem Gesundheitszustand.

Die Funktionsweise der privaten Krankenversicherung

Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nimmt der Privatpatient die Auswahl der eingeschlossenen Leistungen selbst vor. Das System funktioniert nach dem Baukastenprinzip. Je mehr Leistungen gewünscht werden, desto höher die Versicherungsprämie. Das bringt für die Versicherten Vorteile und fordert gleichzeitig mehr Eigenverantwortung. Durch den Ausschluss bestimmter Leistungen kann die Prämie gesenkt werden. Wer beispielsweise bei einem Krankenhausaufenthalt auf ein Einbettzimmer und die Chefarztbehandlung verzichtet, spart bares Geld. Mit der Wahl einer höheren Selbstbeteiligung lassen sich die Kosten weiter reduzieren. Bevor der endgültige Wechsel in die PKV erfolgen kann, verlangen die Versicherer eine umfassende Gesundheitsprüfung. Chronische Krankheiten und Vorerkrankungen unterliegen der Meldepflicht beim Versicherer.

Die Unterschiede zur gesetzlichen Krankenkasse

Private KrankenversicherungZu den größten Unterschieden zwischen GKV und PKV gehört die Art der Prämienermittlung. Während die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse an das jeweilige Einkommen gekoppelt sind, entscheiden bei der PKV der Gesundheitszustand und das Alter über die Höhe der Prämie. Die Konsequenz sind steigende Beiträge in der privaten Krankenkasse mit zunehmendem Alter. Darüber hinaus sind Kinder und der nicht berufstätige Ehepartner bei der PKV nicht automatisch mitversichert. Wenn sich in der Familienplanung der erste Nachwuchs ankündigt, kann die Kostenersparnis schnell aufgezehrt sein, denn jedes Familienmitglied muss einen eigenen Beitrag zahlen.

Um dem zunehmenden Kostendruck im Alter zu begegnen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann auf Leistungen freiwillig verzichtet und der Eigenanteil erhöht werden. Zum anderen besteht die Möglichkeit, in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Diese Option bieten einige Versicherungsgesellschaften ihren Kunden an. Sind die Beiträge zu hoch, bleibt ab einem Alter von 55 Jahren nur der Wechsel in einen Standard- oder Basistarif. Jede Versicherung ist seit 2009 verpflichtet, diese Option anzubieten. Allerdings entspricht der Leistungskatalog lediglich dem der gesetzlichen Krankenkassen.

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2 Kommentare auf "Private Krankenversicherung: Für wen lohnt sich ein Wechsel?"

  1. Es gibt ja sogar die 60 Euro-Angebote für junge Leute. Kann da nur von abraten. Irgendwann wirds dann richtig teuer.

  2. Der Wechsel in einen Basistarif kann keine gute Lösung sein sollten die Beiträge im Alter zu hoch werden. SInnvoller ist es den vermutlich überalterten Tarif im Versicherungsunternehmen zu wechseln. Oft stellen sich Versicherungsunternehmen natürlich etwas an wenn ein solcher Wechsel angestrebt wird aber ein interner Tarifwechsel steht dem Kunden in jedem Fall zu. Der Vorteil, die Altersrückstellung bleibt erhalten, in der Regel ist keine erneute Gesundheitsprüfung notwendig und natürlich erleichtert der Wechsel in einen noch aktiv beworbenen Tarif die finanzielle Last für den Versicherten.