Pro und Contra einer Brillenversicherung

Brillenversicherungen haben besonders nach der letzten Gesundheitsreform 2004 an Bedeutung gewonnen. Sie werden als Zusatzoptionen bestehender Verträge von der gesetzlichen und einer Reihe von privaten Krankenkassen angeboten. Als Mittel zum Zweck in puncto Kundenbindung finden Interessenten aber auch bei größeren Optikerketten eine Reihe von Möglichkeiten, ihre Sehhilfen im Schadensfall ersetzt zu bekommen. Oft beinhaltet eine Brillenversicherung auch exklusive Konditionen, wenn es um die Neuanschaffung von Gläsern, Gestellen oder kompletten Brillen geht. Ob sich diese Investition lohnt, ist für den Einzelnen recht differenziert zu betrachten und hängt von mehreren Faktoren ab, die sorgfältig gegeneinander abgewogen werden sollten.

BrillenversicherungEin bekanntes Testmagazin kam bereits 2011 zu der Erkenntnis, dass sich neben Handy-, Glasbruch-, Reisegepäck- und Kfz-Insassenversicherung auch die für Brillen nicht lohnen würde. Auf Dauer wären sie zu teuer und für kleinere Schäden sollten Brillenträger lieber auf die eigenen Finanzen zurückgreifen. Diese doch recht globale Einschätzung lässt sich aber schon dadurch erheblich entkräften, wenn es um die Schadensübernahmen für eine relativ teure Gleitsichtbrille geht, für die nicht selten mehrere Hundert Euro verlangt werden. Es gibt Anbieter, die Sehhilfen für ein bis drei Jahre versichern und dafür eine monatliche Prämie von um die 5,00 Euro verlangen. Diese Policen haben allerdings den Nachteil, dass sie auf eine genau festgelegte Laufzeit ab der Empfangnahme der Brille begrenzt sind und auch nach einem Totalschaden oder der zweiten Inanspruchnahme der Schadensregulierung automatisch auslaufen und nicht mehr verlängerbar sind. Generell wäre vor dem Abschluss einer Brillenversicherung zu überlegen, inwieweit eine bereits bestehende Haftpflichtvorsorge für eintretende Schadensereignisse im Haus oder während der Fahrt mit dem eigenen Auto aufkommt. Sinn macht es durchaus auch vor einem solchen Vertragsabschluss darüber nachzudenken, wie hoch man selbst das mögliche Risiko einschätzt, dass es zu einem Diebstahl oder Totalverlust der eigenen Brille kommen könnte. Von entwendeten Brillen oder Kontaktlinsen, die ebenfalls mitversichert sind, wird im Gegensatz zu geklauten Fahrrädern doch eher weniger berichtet. Dennoch sollten besonders die Brillenträger, die schon in jungen Jahren und aus medizinischen Gründen auf eine preislich anspruchsvolle Sehhilfe angewiesen sind von der Möglichkeit einer günstigen Brillenversicherung Gebrauch machen. Bei vielen Assekuranzen lassen sich auch recht günstige Policen mit einer Selbstbeteiligung abschließen. Für Stammkunden mit bereits bestehenden Versicherungsverträgen gibt es dort auch oft zusätzliche Rabatte oder andere geldwerte Vorteile.

Eine andere und sehr interessante Form der Brillenversicherung halten die großen Optikerketten für ihre Kunden bereit, bei denen allerdings oft nur der auftretende Schaden und nicht der eigentliche Verlust der Sehhilfen versichert werden. Die Regulierung nötiger Reparaturen oder der Ersatz bei einem auftretenden Totalschaden erfolgt ebenfalls zu recht unterschiedlichen Konditionen. Im Rahmen der Schadenserstattung gibt es meist nur Ersatz aus den Nulltarifangeboten oder bestenfalls einen geringen Zuschuss für teurere Brillenmodelle. Die Angebote dieser Filialen werden allerdings gerne mit Rabatten für den nächsten Brillenkauf kombiniert, um damit eine langfristige Kundenzufriedenheit und -Bindung zu erreichen. Kleinere Reparaturen oder Reinigungsarbeiten erfolgen für die Versicherungsnehmer während der Vertragslaufzeit sofort im Geschäft und natürlich kostenfrei. Während eine Versicherung von Brillen aus dem “Billigsegment” oder der unteren Preisklasse nur wenig Sinn macht, ist sie bei teuren Mehrstärken-Gläsern mit Designer-Gestell durchaus ratsam. Empfehlenswert für eine Brillenversicherung beim Optiker sind in jedem Fall Familien mit Kindern, da die Kids schon wesentlich öfter als Erwachsene dazu neigen, nicht immer sehr behutsam mit ihren Sehhilfen umzugehen. Der dringend benötigte Ersatz oder die unvermeidliche Reparatur ist dann über die Optikerfiliale vor Ort bedeutend schneller reguliert als über eine mitunter schwierig zu erreichende Versicherungsgesellschaft.

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