Riester-Rente soll attraktiver werden

Es war schon länger angekündigt, die Riester-Rente soll künftig noch attraktiver werden. Am vergangenen Mittwoch, den 26. September 2012 hat das Bundeskabinett wie erwartet eine Formulierungshilfe für das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz auf den Weg gebracht. Im Kern geht es um ein paar wichtige Punkte die modifiziert werden sollen. Künftig wird es zur Pflicht gemacht dem Kunden ein so genanntes Produktinformationsblatt, auf dem die wesentlichen Vertragsgegenstände übersichtlich dargestellt sind, auszuhändigen. Dies dient zur Transparenz und der Vergleichbarkeit unter der Vielzahl an inzwischen am Markt vorhandenen Altersvorsorgeprodukten. Ein weiteres Ziel ist es bei einem Wechsel des Produktes die anfallenden Abschluss- und Vertriebskosten wirksam zu begrenzen bzw. zu deckeln. Änderung sollen auch bei der Basisversorgung und beim Wohn-Riester vorgenommen werden. Zu guter Letzt geht es auch noch darum die Riester-Rente mit einer Art Erwerbsunfähigkeitsversicherung kombinierbar zu machen.

Produktinformationsblatt
Riester-RenteKünftig wird es für jedes Unternehmen das zertifizierte Altersvorsorgeverträge anbietet verpflichtend sein, ein so genanntes standardisiertes Produktinformationsblatt auszuhändigen. Hier sind alle anbieter- und produktübergreifende Informationen für den Verbraucher übersichtlich dargestellt. Wie ein solches Blatt auszusehen hat wird zwingend vorgegeben. Ferner sind hier auch weiterführende Angaben zu den tatsächlich anfallenden Kosten, der Höhe der zu erwartenden Verzinsung und nicht zuletzt dem Risiko der Anlageform zu finden. Dadurch erhält schon ein Interessent einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Merkmale der Anlage.

Deckelung der anfallenden Abschluss- und Vertriebskosten bei Anbieterwechsel
Die Entscheidung für eine bestimmte Riester-Anlageform kann sich im Laufe der Zeit als nicht mehr zielführend oder auch rentabel genug erweisen. Deshalb hat der Gesetzgeber schon bei Einführung der Riester-Produkte die Möglichkeit geschaffen während der Ansparphase den Anbieter des Altersvorsorgevertrages zu wechseln. Hierfür fallen bei dem neuen Anbieter erneut Abschluss- und Vertriebskosten an. Um diesen Kostenblock geht es konkret bei der geplanten Änderung. Die Planungen laufen dahingehend, das in der Zukunft bei einem solchen Anbieterwechsel die Bemessungsgrundlage nur noch 50 % des zu übertragenen geförderten Kapitalstocks beträgt. Damit werden die Kosten gedeckelt bzw. reduziert. Gleichzeitig ist auch eine Deckelung der vom bisherigen Anbieter entstehenden Wechselkosten vorgesehen. In einem weiteren Schritt soll dann auch noch das steuerliche Abzugsvolumen der Beiträge in eine eventuelle Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsabsicherung erhöht werden. Bisher konnten 20.000 Euro geltend gemacht werden. Dieser Betrag wird wohl auf dann 24.000 Euro erhöht.

Erhöhte Flexibilität bei Wohn-Riester-Produkten
Auch Wohn-Riester soll etwas modifiziert werden. Es geht hier hauptsächlich um die förderunschädlichen Entnahmemöglichkeiten des angesparten Kapitals. Diese waren in der Vergangenheit nur mit Einschränkungen möglich. Eine solche Entnahme musste entweder zeitlich unmittelbar mit einem Kauf oder Bau einer selbstgenutzten Immobilie stehen oder zur Entschuldung unmittelbar zu Beginn der Rentenauszahlphase erfolgen. Der Gesetzgeber möchte dies ändern und erreichen das gefördertes Kapital zu jeder Zeit für selbstgenutztes Wohneigentum zur Verfügung steht.

Eine weitere Änderung betrifft die Besteuerung von Wohn-Riester. Hier wird das Altersvorsorgekapital laufend fiktiv mir 2 % verzinst und am Ende der Ansparphase muss der hochgerechnete Betrag dann nachgelagert versteuert werden. Die jeweilige Person kann zwischen einer Einmal-Besteuerung, hier werden dann nur 70 % des anfallenden Betrages angesetzt, oder einer fortlaufenden, jährlich bis zum 85. Lebensjahr andauernden Besteuerung wählen. Diese Entscheidung wird bisher zu Beginn der Auszahlungsphase getroffen. Hier gibt es zwei wesentliche Veränderungen. Der fiktive Zinssatz für die Hochrechnung des Wohnförderkontos wird von heute 2 % auf künftig 1 % reduziert. Die Entscheidung Einmalbesteuerung oder jährliche Besteuerung kann dann auch noch zu jeder Zeit in der Auszahlungsphase getroffen werden.

In den letzten Jahren ist der demografische Faktor immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Deshalb hat man auch die Wünsche von älteren Menschen mit einfließen lassen. Das heißt konkret das auch Maßnahmen die einen behindertengerechten oder barrierefreien Umbau betreffen unter bestimmten Vorraussetzungen mit Wohn-Riester realisiert werden können.

Fazit
Dieses soll nur kurz ausfallen. Insgesamt denke ich das die geplanten Änderungen für den jeweiligen Kunden weitere Vorteile bringen. Das Produkt Riester war in der Vergangenheit schon sehr attraktiv und wird es nach den Nachbesserungen auch noch mehr den je sein. Viele Bürger entscheiden sich jedoch nicht für eine Riester-Rente, weil ihnen das Produkt einfach zu kompliziert ist. Bleibt zu hoffen das durch die Änderungen das nicht noch weiter zur Meinung Vieler wird.

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