Umfrage zeigt: Viele europäische Verbraucher können nicht sparen

Momentan ist die Stimmung bei vielen Verbrauchern gedrückt. Sparen ist aber beliebt, weil immer neue Negativ-Schlagzeilen zum Thema Banken- und Eurorettung zu einer Verunsicherung bei den Bürgern führen. Schlechte Rentenaussichten haben zunehmend eigene Bemühungen zur Absicherung zur Folge. Wer also am Monatsende noch etwas vom Einkommen übrig hat, nutzt die Gelegenheit, um Geld auf die hohe Kante zu legen. Und das nicht nur in Deutschland. Gernerell erweisen sich die Bürger in Europa als vergleichsweise sparfreudig – das im Rahmen ihrer jeweiligen persönlichen Möglichkeiten. Mit eben diesem Sparverhalten bei den europäischen Verbrauchern setzt sich nun eine neue Studie auseinander.

Vielen fehlt das Geld zur Überbrückung von Krisenzeiten

Die besagte Studie fördert letzten Endes leider nicht nur Positives zu Tage. Die erste Erkenntnis: Etwa 30 Prozent der insgesamt über 14.000 Teilnehmer der Befragung aus 14 Staaten in Europa haben schlichtweg angesichts ihrer Einkünfte und laufenden Kosten gar nicht die Möglichkeit, Geld zu sparen. Entsprechend oft sind auch keine Rücklagen für die sprichwörtlich schlechten Zeiten möglich. Durchgeführt wurde die repräsentative Studie durch das bekannte Marktforschungsunternehmen TNS. Auftraggeber war die Bank ING-DiBa.

Viele Menschen können generell nicht sparen, weil nicht ausreichend Einkommen vorhanden ist. Die schwierige Lage kann im Ernstfall verheerende Folgen haben, wie die Studie weiterhin deutlich macht. Im Falle einer problematischen finanziellen Phase über drei Monate wären nur etwa 50 Prozent der europäischen Verbraucher imstande, den eigenen Lebensstandard durch Rücklagen abzudecken.

Deutsche Sparer liegen über dem europäischen Schnitt

SparbuchDiese Momentaufnahme trifft der Studie zufolge auch exakt auf den deutschen Status Quo zu. Und das, obwohl es sich im Falle Deutschlands um die stärkste Volkswirtschaft Europas handelt. Andererseits sind deutsche Bürger doch noch relativ gut aufgestellt. Im Jahr 2012 beispielsweise wurde ein Plus bei den Ersparnissen verbucht. Vier von zehn Anlegern erreichten eine Sparzuwachs, in 37 Prozent der Fälle blieben Sparer zumindest von Verlusten verschont. In krisengebeutelten Staaten wie Spanien sieht die Sache schon anders aus. Dort mussten 47 Prozent der Sparer 2012 ihre Reserven antasten. In Italien betraf dies sogar 52 Prozent aller Sparer. In der gesamten Eurozone mussten zwei Drittel aller Befragten finanziell kürzer treten, während dies in Deutschland nur auf die Hälfte aller Sparer zutraf.

Auch Verbraucherschütze raten dringend zum Bilden von Rücklagen

Was die Sparbemühungen angeht, sind die Deutschen nicht führend. Diese Statistik führen die Österreicher an. In der Alpenrepublik spart mehr als jeder vierte Verbraucher regelmäßig. Bei genau 25 Prozent liegt der Wert in Frankreich, Deutschland belegt mit 22 Prozent lediglich den dritten Platz. Im Schnitt liegen die in der Studie berücksichtigen Länder bei 17 Prozent. Am Beispiel Österreichs zeigt sich auch eindrucksvoll, was die Bürger zum Sparen bewegt. Sechs von zehn Österreichern gaben in der Umfrage an, gezielt hin für den finanziellen Ernstfall zu sparen.

Das ist aus Expertensicht auch ratsam. Drei monatliche Netto-Einkommen empfehlen Verbraucherschützer als optimale Rücklage. Die Mittel sollten dementsprechend auch ständig verfügbar sein. Ein möglicher Ansatz sind Tagesgeldkonten, die auch bei den deutschen Sparern nach wie vor gefragt sind.

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