Warentester nehmen Prepaid-Kreditkarten unter die Lupe

Die als äußerst akkurat bei ihren Vergleichen geltende Stiftung Warentest hat gestern die Ergebnisse einer sehr umfassenden Studie über Prepaid-Kreditkarten für Jugendliche veröffentlicht. Da erstaunt schon die Feststellung zum Beginn, dass alle 24 getesteten Produkte die gleichen Leistungen enthalten wie ihre „echten“ Artgenossen und auch nicht teurer sind als Vergleichbare für die etwas älteren Kunden. Unterschiede fanden sich in der Art, dass Prepaid-Verträge mitunter ausschließlich mit volljährigen Kunden geschlossen werden und in einigen Fällen nur mit einer Kopplung an ein hauseigenes Bankkonto möglich sind. Die Kosten, mit der nur die, der Karte selbst gemeint sind, beginnen bei 0,- Euro und enden mit der Teuersten von der Postbank, für die 22,- Euro Jahresgebühr verlangt werden.

Kreditkarten mit Aufladung sind mindestens ebenso attraktiv wie die „Richtigen“

Prepaid-KreditkarteEiner der größten Vorteile der Prepaid-Kreditkarten: Die Hürden bei der Vergabe sind äußerst niedrig gesetzt, oft erfolgt nicht einmal die sonst obligatorische Schufa-Anfrage. Auch wer als Selbstständiger mitunter Bonitätsprobleme hat, wenn es um die Eröffnung eines neuen Kreditkartenkontos geht, hat mit der Prepaid-Variante eine sehr gute und ebenso vollwertige Alternative. Wie aber der Name bereits verrät, kann mit den Plastikkärtchen nur so lange geshoppt werden, wie das Guthaben dafür reicht. Überziehungen sind nicht möglich und lassen sich selbst in Einzelfällen nicht optional vereinbaren. Die Sorge, dass nun jemand der Leser hier glaubt, dass man beim nächsten Restaurantbesuch oder der Shoppingtour im KaDeWe als Prepaid-Karteninhaber enttarnt wird, kann nicht bestätigt werden. Es gelingt höchstens Insidern, etwaige Unterschiede festzustellen, da die ausgebenden Banken beim äußeren Design Wert auf Diskretion legen.

Nutzungsgebühren – keine Schnäppchen aber transparent

Wenn auch das neue iPhone oder Tablet verführerisch beim Online-Händler lockt, bezahlen mit den Prepaid-Karten funktioniert nicht zum Nulltarif. Einige Shops bieten bei dieser Zahlungsart zwar hin und wieder Einkaufsrabatte, ähnlich wie bei Vorkasse, aber die wiegen die teilweise deftigen Transaktionsgebühren in den wenigsten Fällen auf. Leider wurde dieser Part beim Test nicht mit einbezogen, sondern lediglich die Gebühren verglichen, die unmittelbar bei der Geldabhebung am Automaten mit vom Konto abgezogen werden. Berechnet werden dafür entweder ein pauschaler Festpreis oder ein bestimmter Prozentsatz, der in Abhängigkeit von der Bargeldhöhe nach oben hin gestaffelt ist.

Prepaid-Kreditkarten sind sicherer als ihre „großen“ Artgenossen!

Dass besonders im Internet nicht übermäßig sensibel mit Kreditkartendaten umgegangen wird, ist kein großes Geheimnis und die letzten Pannen bei Vodafone sind den Meisten sicher noch in sehr lebhafter Erinnerung. Das Risiko des Missbrauchs ist bei diesen Zahlungsmitteln allerdings bedeutend geringer. Besonders betrifft das solche Fälle, wenn ein auf Null-Guthaben stehendes Konto durch unberechtigte Dritte noch weiter strapaziert werden soll. Eine Überziehung ist theoretisch nicht möglich, es sei denn, dass zum Beispiel Transaktionsgebühren nicht zeitgleich mit der Abbuchung des Rechnungsbetrages eingezogen werden. Bis zur unausweichlichen Sperre haften die Kartenbesitzer nur bis zu einem Betrag von maximal 150,00 Euro, es sei denn, sie haben grob fahrlässig gehandelt. Obwohl einige Banken das geparkte Guthaben ihrer Kunden mit einem geringen Zinssatz pushen, sollte das Kreditkartenkonto stets von seiner Höhe her im überschaubaren Rahmen bleiben. Was die Sicherheit der Prepaid-Kreditkarten anbelangt, werden hierbei haargenau dieselben Schutzmechanismen integriert, wie bei den Premium-Zahlungsmitteln. Der Inhaber muss also neben dem vorhandenen 3D-Secure-Schutz die dazugehörige Prüfziffer und vereinzelt noch ein zusätzliches Kennwort eingeben. Für den Fall der Fälle lassen sich aber auch diese Karten telefonisch oder per Internet sperren.

Welche Karte ist für wen die Richtige?

Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten und hängt immer davon ab, welchen Zweck der Besitzer mit ihr verfolgt. Wer nur auf den Preis fokussiert ist, hat bei Kalixa die sprichwörtlich besten Karten, hier greift allerdings die schützende Einlagensicherung nicht. Für minderjährige Jugendliche ist die Prepaid-Karte der Commerzbank sehr gut geeignet. Sie ist von der Grundgebühr her kostenlos und der Inhaber muss in diesem Haus auch kein weiteres Konto eröffnen. Wer dagegen gern ins Ausland reist, ist mit der Sparcard aus dem Postbank-Angebot sehr gut bedient. Mit ihr kann bis zu zehn Mal im Jahr an allen Geldautomaten weltweit kostenlos Bargeld abgehoben werden. Ein ganz besonderes Angebot für Kinder ab sieben hat Mastercard mit MyPrepaid. Der Steppke muss bei seinem Antrag, der ausschließlich online erfolgen kann, die Mailadresse seiner Eltern angeben, die dann auch umgehend über den Sachverhalt informiert werden. Geld vom Automaten kann mit dem Plastikgeld nicht abgehoben werden und Mamas kleiner Liebling darf damit auch weder DVDs für Erwachsene shoppen noch seine Spielschulden im Online-Kasino oder beim Pokern im Internet bezahlen. Jährlich ist allerdings ein Umsatz von bis zu 2.500,- Euro möglich, wobei das Guthaben 300,- Euro nicht übersteigen darf.

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