Was gibst den Neues 2014? (Teil 2)

Wie versprochen setzen wir an dieser Stelle mit dem zweiten Teil der wichtigsten Neuigkeiten rund um das Thema Finanzen fort, die 2014 die meisten von uns betreffen werden.

Das Steuerrecht 2014 bringt einige Entlastungen, aber nicht für alle

Einiges ändert sich ab 1. Januar 2014 bereits beim Steuerrecht. Der Steuerfreibetrag wird von bislang 8.139,- € / 16.260,- € (ledig / verheiratet) angehoben und beträgt dann 8.354,- bzw. 16.708,- €. Die mittleren Einkommen bleiben somit stark belastet wie bisher, wer weniger verdient, zahlt dafür geringfügig weniger Steuern. Neu ist weiterhin, dass Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung (inkl. Rürup-Verträge) bis zu einer Höhe von 78 Prozent als Sonderausgaben anerkannt werden. Die jährliche Maximalhöhe dieser Aufwendungen ist auf 15.600,- bei ledigen Beitragszahlern bzw. 31.200,- € bei Verheirateten begrenzt. Steuerlich besser gestellt sind auch diejenigen, die zusätzlich in eine Betriebsrente einzahlen. Sozialabgabefrei bleiben hier alle Vorsorgebeiträge bis zu einer Höhe von 2.856,- €, das sind 72,- €  mehr als 2013. Die Werte für die steuerfreien Sachbezüge bei Verpflegung werden jährlich entsprechend der Entwicklung der Endverbraucherpreise neu angepasst und liegen im neuen Jahr bei 229,- € jährlich (pro Tag 7,63 €). Dieser Betrag ist allerdings mit 1,63 € für Frühstück bzw. je 3,- € für Mittag und Abendessen gesplittet.

Etwas gewöhnungsbedürftig könnten die Berechnungen für die Entfernungspauschale im neuen Jahr ausfallen, jedenfalls in dem Fall, wenn Ihr Arbeitgeber über mehrere Einsatzorte verfügt bzw., wenn ein Arbeitnehmer mehrere Beschäftigungsverhältnisse ausübt. Hierbei wird nun nicht mehr die „regelmäßige Arbeitsstätte“, sondern die „erste Tätigkeitsstätte“ (zeitlich gesehen) als Grundlage herangezogen. Es darf also ab dem 1. Januar 2014 von allen Arbeitnehmern, die verschiedene Einsatzorte anfahren, die Hin- und Rückfahrt mit je 30 Cent pro km angesetzt werden. Damit erfolgt eine spürbar höhere und vor allem gerechtere steuerliche Entlastung für alle diejenigen, die mehrere Arbeitsverhältnisse innehaben.

Krankenkassen befördern 2014 (wieder) den Wettbewerb um die Beitragszahler?

Zu mindestens die organisatorischen Voraussetzungen wären ideal dafür. Reichen die Mitgliederbeiträge bei einer gesetzlichen Krankenkasse nicht aus, dürfen die Beiträge nun wieder erhöht werden, allerdings nicht der Arbeitgeberanteil. Die 2014 auf 14,6 Prozent abgesenkten Sozialbeiträge sind somit für die Versicherten wieder flexibel gestaltbar, die 7,3 Prozent, für die der Arbeitgeber aufkommt, sind dagegen nach oben hin gedeckelt. Anders bei der privaten Krankenversicherung, wo die Mitglieder im neuen Jahr mit Beitragserhöhungen zwischen fünf und acht Prozent rechnen müssen. Hier greift zwar das Tarifwechselrecht, nur hat die Vergangenheit leider oftmals gezeigt, dass den Versicherten hier sehr oft Steine in den Weg gelegt werden, wenn sie in einen günstigeren Vertrag wechseln wollen.

Rückwirkende Prämienerstattungen an Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen wird es ab dem neuen Jahr ebenfalls nicht mehr geben. Die Kassen sind angehalten, dass sie die einkommensabhängigen Monatsbeiträge zeitnah senken, sobald sie ein etwas größeres Finanzpolster erwirtschaftet haben. Andererseits ist bei den finanzschwachen gesetzlichen Krankenkassen nun auch Schluss mit der Erhebung von einkommensunabhängigen Zusatzpauschalen in wirtschaftlich schlechteren Zeiten und auch die seit Langem geforderte „Kopfpauschale“ ist nun endgültig vom Tisch.

Obwohl wir es 2014 nicht unbedingt mit gravierenden Veränderungen zu tun haben, von denen alle beitragspflichtigen Steuerzahler betroffen sind, lohnt es sich aber bestimmt, wenn Sie sich mit den konkreten Bestimmungen, die für Sie zutreffend sind, genau auseinandersetzen. Aktuelle Neuigkeiten für viele Verbraucher und Steuerzahler gibt es darüber hinaus noch auf einigen anderen wichtigen Gebieten. So zum Beispiel bei folgenden Themen:

  • Reform der Prozess- und Beratungskostenhilfe,
  • Umstellung des Punktesystems im Flensburger Verkehrszentralregister,
  • Vertrauliche Geburt von Schwangeren in finanziellen Notlagen,

Verbraucherinsolvenz ab 2014 „verbraucherfreundlicher“?

Auch hier bringt das neue Jahr neue Regeln, die besonders die Dauer der sogenannten „Wohlverhaltensphase“ betreffen. Einer Restschuldbefreiung kann das zuständige Insolvenzgericht nun bereits nach fünf, in Ausnahmefällen sogar schon nach drei Jahren zustimmen, wenn durch den Schuldner bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Wer innerhalb von drei Jahren 35 Prozent der Gesamtschuldensumme tilgt und die Verfahrenskosten restlos aus eigener Tasche begleicht, ist danach erheblich eher aus der finanziellen Misere. Diese neue Regelung dürfte für alle diejenigen interessant sein, die über ein gutes Einkommen verfügen und sich bezüglich ihrer Restschuldbefreiung auch bis jetzt vorbildlich verhalten haben.