Wohnriester gezielt einsetzen

Während Riester-Rentenverträge heftiger Kritik ausgesetzt sind, erlebt eine andere Form der staatlich geförderten Altersvorsorge einen unerwarteten Aufschwung. Die Nachfrage nach Wohnriester steigt ständig und die Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge erreicht Jahr für Jahr neue Höchststände. Die Zahlen bestätigen den Trend: Im dritten Quartal 2012 erreichten Wohnriester-Verträge einen Anteil von rund 70 Prozent am gesamten Neugeschäft mit der Riester-Rente.

Wohnriester – die charmante Form der Altersvorsorge

Seit Einführung der Riester-Rente erschienen unzählige Produkte auf dem Markt. Den meisten Rentenversicherungsverträgen, Banksparplänen und Investmentprodukten ist eines gemeinsam: Undurchsichtige Kostenstrukturen und geringe Renditeaussichten. Kritiker beklagen seit längerer Zeit die Nachteile dieser Vorsorgeprodukte. Ein anderes Bild bietet sich bei der sogenannten Eigenheimrente. Bei dieser Form der Riester-Förderung werden keine Rentenzahlungen im Alter fällig. Vielmehr wird vom Staat die Investition in eine selbst genutzte Immobilie oder Eigentumswohnung als private Vorsorge für das Alter unterstützt. In Zeiten historisch niedriger Zinsen für Baugeld entscheiden sich zunehmend mehr Privathaushalte für den Bau oder Erwerb eines Eigenheims. Der kontinuierliche Preisanstieg im Immobilienmarkt seit 2010 belegt diese Tendenzen. Mit der staatlichen Förderung durch Wohnriester sparen Häuslebauer zusätzlich. Das klingt charmant und ist es auch. Die Gesamtkosten der Baufinanzierung können mit einem Riester-Vertrag, der den Erwerb oder Bau eines Eigenheims zum Ziel hat, um einige Tausend Euro gesenkt werden.

Gezielter Einsatz von Wohnriester: Der Bausparvertrag

Die Grundzulage für Bauherrn beträgt 154 Euro im Jahr. Hinzu kommt für jedes Kind eine Zulage in Höhe von 185 Euro. Ist der Nachwuchs nach 2008 geboren, erhöht sich der Betrag pro Kind auf 300 Euro. Anspruchsberechtigt sind Kunden, die wenigstens vier Prozent ihres Einkommens jährlich für die Riester-Vorsorge aufwenden. Als Obergrenze ist ein Betrag von 2.100 Euro festgelegt. Mit staatlich geförderten Wohnriester-Verträgen können in Abhängigkeit von der persönlichen Situation verschiedene Strategien verfolgt werden. Eine Möglichkeit, von der staatlichen Bezuschussung zu profitieren, bietet sich mit dem klassischen Bausparvertrag. Bei diesem Produkt wird eine fest vereinbarte Bausparsumme über mehrere Jahre hinweg angespart. Die Einzahlungen werden mit einem festen Satz verzinst. Nach der Ansparphase erhält der Kunde die Differenz zwischen angespartem Betrag und Bausparsumme als Darlehen. Die staatliche Förderung erhält der Bausparer sowohl in der Anspar- als auch in der Darlehensphase. Nachteil eines Bausparvertrages sind die geringen Zinsen, die auf das Guthaben gezahlt werden. Im Gegenzug gelten die zu Vertragsbeginn vereinbarten Zinsen für das Darlehen für die gesamte Laufzeit unabhängig von der Zinsentwicklung am Markt.

Die Alternativen: Riester-Banksparplan oder Kombi-Kredit

WohnriesterEin Banksparplan ist als Alternative zum Bausparvertrag für Personen geeignet, die noch unentschlossen sind, ob das angesparte Vermögen tatsächlich für den Bau oder Erwerb einer Immobilie genutzt werden soll. Werden die Hausbaupläne in der Zukunft verworfen, kann sich der Kunde das Geld als Riester-Rente auszahlen lassen. Werden die Baupläne konkret, kann das stattlich geförderte Vermögen als Eigenkapital für das Eigenheim eingesetzt werden. Sogenannte Riester-Kombikredite sind für Personen geeignet, die sofort mit dem Hausbau beginnen wollen. Bei dieser Form der staatlichen Förderung wird dem Kunden ein Vorausdarlehen gewährt. Dafür müssen Zinsen gezahlt werden. Statt einer Tilgung zahlt der Häuslebauer in einen Bausparvertrag ein. Wird dieser zuteilungsreif, erfolgt mit der Bausparsumme die Ablösung des Vorausdarlehens. Im Anschluss muss der Betroffene nur noch das Bauspardarlehen abzahlen. Bei dieser Form von Wohnriester steht der Zinssatz für die gesamte Laufzeit fest. Das schafft finanzielle Planungssicherheit für die Zukunft.

Der Einsatz von bestehenden Riester-Verträgen

Wer bereits über einen bestehenden Riester-Vertrag verfügt, hat die Möglichkeit, das angesparte Vermögen als Eigenkapital beim Hausbau einzusetzen. Diese Vorgehensweise ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Je nach Vertragsbedingungen ist eine Entnahme von 75 bis zu 100 Prozent möglich. Häufig muss das entnommene Vermögen innerhalb eines Jahres in den Bau oder Kauf von selbst genutztem Wohneigentum verwendet werden. Eine weitere Gelegenheit bietet sich mit dem Eintritt in das Rentenalter. Mit Beginn der Auszahlungsphase kann das Guthaben aus einem Riester-Sparvertrag zur Tilgung eines Baudarlehens genutzt werden. Weitere Verbesserungen sind in der Zukunft geplant. Künftig sollen Riester-Sparer bereits vor dem Erreichen des Rentenalters die Möglichkeit bekommen, das angesparte Vermögen zur Darlehenstilgung einzusetzen.

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Ein Kommentar auf "Wohnriester gezielt einsetzen"

  1. Christian Hafler sagt:

    Wohn Riester ist gerade ein sehr spannendes Thema, wie ich finde. Auch durch die bevorstehenden Veränderungen durch das Altersvorsorge- Verbesserungsgesetz. Umso attraktiver wird Wohn Riester, wenn sie wirklich flexibler gestaltet werden sollte.

    Hier einmal die passende News rundum das Thema Altersvorsorge- Verbesserrungsgesetz:
    http://www.rente.com/news/131/altersvorsorge-verbesserungsgesetz-was-sich-fuer-die-private-altersvorsorge-aendert

    Viele Grüße aus Berlin.